Weihnachten VP (2)
Weihnachten VP (2)

Dezember 2014: Willkommen zu Weihnachten in Berlin, Hauptstadt der DDR

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Frau Holle und der Wintermarkt

In bestimmten Berliner Bezirken könnten Weihnachtsmärkte bald nicht mehr Weihnachtsmärkte heißen. So wollen es Politiker von SPD, Grünen, Linkspartei und Piraten. Damit dennoch für das Volk Glühwein fließt und Würste gegrillt werden können, hat man den Begriff des „Wintermarktes“ erfunden, der aber frei von religiösen Symbolen sein muss wenn er auf öffentlichem Grund stattfindet. Was heute noch als angebliche sprachliche Korrektur daher kommt, könnte in Wahrheit die nächste Runde staatlicher Kontrolle über unser Leben und unser Denken einläuten.

Die Politik hat nicht einmal vor dem Weihnachtsmann Respekt: Ein neuer Markt in Kreuzberg wird zwar in die Weihnachtszeit gelegt (24. November bis 30. Dezember), soll aber nicht an Weihnachten erinnern. „Ein schneebedecktes Giebelhäuschen ist sein Symbol, kein Engel, kein Stern, kein Hirte, kein Kind, kein Baum. Alle Produkte müssen “aus der Region” stammen, das ist die Vorgabe. Für die Kinder sind ein kleines Karussell und Märchenlesungen geplant, auf die Erwachsenen wartet eine stimmungsvolle “Licht-Installation”, schrieb das Berliner Boulevard-Blatt BZ schon vor Wochen verwundert über die Planung des „Wintermarktes“.

Stoppt die Polizei Engel und Weihnachtsmann?

Wintermarkt statt Weihnachtsmarkt, womöglich Platzverweis durch die Volkspolizei für Weihnachtsmann und Engel? Willkommen 2014 in Berlin, Hauptstadt der DDR. Denn welcher linke Nostalgiker erinnert sich nicht gern an die „Entchristlichung“ im Sozialismus unter den Fittichen von „geflügelten Jahresendfiguren“ und dem „Jahresendmann“? Diese Bezeichnungen für Engel und Weihnachtsmann sind zwar vermutlich eine Erfindung von Satirikern der Wendezeit wie dem Sprachkritiker Ernst Röhl, treffen aber den Kern der Sache. Religion ist schließlich Opium für das Volk, so wusste es bereits Karl Marx, der sein unstetes Leben als Philosoph und Salonlöwe meist auf Kosten anderer zu führen pflegte.

Im Netz regen sich Proteste der Bürgerinnen und Bürger gegen die Umbenennung der Märkte, doch einen Nachhall in der Politik gibt es nicht. Und eigentlich hat der Wintermarkt auch seine ökonomisch guten Seiten: Während der alte Weihnachtsmarkt spätestens zum Heiligen Abend seine Tore schließt, könnte ein Wintermarkt eigentlich bis kurz vor Ostern (je nach Wetterlage auch länger) betrieben werden. Das erhöht die Umsätze und sorgt in den Kommunen für mehr Geld. Kein Wunder also, dass ausgerechnet im hoch verschuldeten Berlin der Wintermarkt schwer im Kommen ist, könnte man vermuten.

Ein Aachener Moslem macht sich für Christen stark

Doch auch in anderen Gegenden gibt es reelle Chancen, das Weihnachtsfest und andere christliche Feiertage bald wie in der guten, alten DDR zu begehen. In Nordrhein-Westfalen wollte der Landessprecher der Linken den Martinstag in „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ umbenennen. In Solingen wurde darüber diskutiert, statt Weihnachtsbeleuchtung das Winterlicht anzuzünden. Übrigens waren es nicht etwa engagierte Christen, die sich gegen die sprachliche Beschneidung des traditionellen Kirchenfestes wandten, sondern Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime. Der frühere FDP-Politiker aus Aachen wies darauf hin, dass auch muslimische Kinder den Martinsumzug mit den bunten Lampions und Leckereien ganz unbefangen genießen.

Null-Toleranz und ideologische Verklemmtheit

Was aber treibt manche Politiker um, sich dermaßen vehement mit ideologischer Sprachpanscherei zu befassen? Angeblich geht es um den laizistischen Staat, doch das ist vorgeschoben. In Wahrheit geht es darum, die Omnipräsenz des Staates und staatliche Kontrolle zu erhöhen. Gerade in Berlin trägt dieser scheinbare Neutralitätswahn überall seine Blüten: Auch eines der höchsten Feste des Islam, das Ramadanfest zum Ende der Fastenzeit, durfte öffentlich erst gefeiert werden, nachdem es in „Sommerfest“ umbenannt worden war. Im Visier mancher Politiker stehen also alle Menschen, die sich so etwas wie einen Glauben leisten. Hier gilt offensichtlich eine Null-Toleranzpolitik gegen Christen und Moslems.

Der Berliner Tagesspiegel brachte es in einem Kommentar auf den Punkt: „In einem sehr multikulturellen Bundesland wie Berlin, in dem wesentliche politische Kräfte ein überaus distanziertes, wenn nicht gar gestörtes Verhältnis zur Kirche haben, bricht sich das – als vermeintlich politisch korrektes Vorgehen – leichter Bahn als in Regionen, in denen der Bevölkerungsanteil der Christen aller Konfessionen deutlich höher ist. Wer selber ohne Religion aufgewachsen ist, kommt eher zu dem Schluss, dass die Erwähnung von Begriffen aus dem christlichen Umfeld von Nicht-Christen als Zumutung oder gar Anmaßung empfunden werden könnte.“ Woher mag diese ideologische Verklemmtheit kommen? Neid auf den Glauben anderer? Ein gestörtes Toleranzgefühl? Was auch immer: Diese Gesinnungstäterei ist in ihrer Provinzialität peinlich für eine angeblich weltoffene Hauptstadt.

Auch das legendäre Hasenfest wirft seine Schatten voraus…

Und so blättert der unbedarfte Hobby-Historiker etwas in seinem Archiv – und findet dabei nicht nur die DDR, sondern auch die Nationalsozialisten im Giftschrank des Laizismus und der Sprachverdrehung. Deren „germanisches Julfest“ sollte Weihnachten ablösen, prompt hieß der Weihnachtsbaum „Jultanne“ und Frau Holle musste als „Lebensmutter“ an die Stelle Marias treten. Christliche Symbolik war von staatlicher Seite unerwünscht, stattdessen sollte das Sonnenrad gemeinsam mit dem Hakenkreuz verwendet werden und Heinrich Himmler verschenkte in der dunklen Zeit „Jul-Leuchter“ an verdiente Volksgenossen.

Nun wird natürlich niemand den selbsternannten politischen Korrektoren aus Berlin oder Nordrhein-Westfalen unterstellen, sie wollten das Christkind arbeitslos machen oder es gar zur Besserung in einen Jugendwerkhof einweisen. Aber ein schaler Geschmack bleibt. Was wird als nächstes auf der Liste der Orwellschen Sprachblockwarte stehen? In Bonn gab es bereits in der Vergangenheit verwirrte Diskussionen um das „Hasenfest“, welches an die Stelle des höchsten christlichen Festes treten könnte. Das hätte es nicht einmal in der DDR gegeben – dort hieß Ostern ganz politisch korrekt Ostern und nicht etwa Western…

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Ein Kommentar

  1. tja-dann wird auch auf den sog. „wintermärtken“ kein adventskranz-keine engel-keine krippen-keine sterne etc. verkauft und damit weihnachten vor dem 24.12. abgeschafft…am 24.12. darf dann hinter verschlossenen türen an die ankunft des herrn gedacht weren… so sollte auch den kindern dazu nichts mehr vermittelt werden, man stelle sich vor, kinder fragen auf den „wintermärkten“ nach einem mann mit bart in rotem mäntelchen… willkommen im „winterirrenhaus deutschland“

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