Foto2054 (3)
Foto2054 (3)

Bernd Lucke und der Zorn Gottes

| 2 Kommentare

Erinnert sich noch jemand an die Rote Socken-Kampagne der CDU gegen die PDS? Damals, in den 90er Jahren, gab es einen CDU-Generalsekretär namens Peter Hinze, der die Fortsetzung der Vordenker Biedenkopf und Rühe mit anderen intellektuellen Mitteln war. Hinze kreierte die Kampagne und die Union gab sich alle Mühe, die PDS nicht nur in der Nachfolge Honeckers und der Stasi zu sehen, sondern ihr auch von der Oktoberrevolution bis zum Archipel Gulag die moralische Verantwortung für alles Grausame in der sozialistischen Hemisphäre unterzuschieben.

Gute zehn Jahre zuvor richtete sich der Zorn aller anständigen Deutschen gegen eine dubiose Truppe, die in Wollpullovern und Jutesäcke gehüllt vor den Heiligtümern des Fortschritts, den Atomkraftwerken und Raketenarsenalen, meinte demonstrieren zu müssen. Diese Leute waren das leibhaftige Böse, gespeist aus dem Matriarchat der Steinzeit und der Bibel des großen Satans Mao. Sie nannten sich „Grüne“, doch in Wahrheit waren sie die fünfte Kolonne der permanenten Weltrevolution.

Heute, 40 Jahre nach dem von tapferen Politikern aus Union und SPD geführten Widerstand gegen die Internationale des Bolschewismus aus PDS und Grünen, erhebt die nächste furchtbare Bedrohung der Freiheit ihr Haupt. Sie hat sich im Kinderkörper eines Ökonomie-Professors versteckt und ernährt sich von enttäuschten CDU- und FDP-Wählern, aber zunehmend auch vom Fleisch der Sozialdemokratie. Ein entsetzliches Ungeheuer, das die Koalition mit Neo-Nazis anstrebt, mit Sicherheit das Mutterkreuz wieder einführt, die Werke Cohn-Bendits und Heiner Geißlers dem Feuer übergeben und den schwulen Ex-Außenminister Guido Westerwelle in Schutzhaft nehmen wird.

 

Die etablierten Parteien haben die Hosen voll

Kein Wunder also, dass die sogenannten etablierten Parteien – und dazu dürfen sich inzwischen auch die einstigen Schmuddelkinder der Grünen und der PDS rechnen – die Hosen gestrichen voll haben. Sie malen ein Schreckgespenst an die Wand, das nicht einmal mehr Marine Le Pens reaktionären Charme oder Geert Wilders Pop-Art-Frisur hat, sondern nur noch das gierige Grinsen des Großkapitals in Gestalt von Hans-Olaf Henkel. Und hat nicht der Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke mit seiner kindlichen Statur und seinem penetranten Redefluss etwas vom schmächtigen und teuflischen Demagogen Joseph Goebbels?

 

Bürger sind entspannter als Politiker

Neue Parteien – ganz egal, ob Grüne, PDS, Piratenpartei oder AfD – zwingen vor allen Dingen die Großkoalitionäre innezuhalten, ihre Vetternwirtschaft auf den Prüfstand zu stellen und hin und wieder zu überlegen, was die Menschen in diesem unserem Lande bewegt. Und es bietet die Chance, die anderen in die Verantwortung zu nehmen. Es gab und gibt Regierungsbeteiligungen von LINKE und Grünen. Weder stand danach die Erde still, noch fegte der Zorn Gottes Ministerpräsidenten wie Klaus Wowereit, Ole von Beust oder Volker Bouffier hinweg.

Erstaunlicherweise sehen viele Bürgerinnen und Bürger das Thema deutlich entspannter als die vor geheuchelter Besorgnis überschäumenden Berliner Politiker. In einer Umfrage des SPIEGEL spricht sich eine große Mehrheit für eine punktuelle Regierungsbeteiligung der AfD aus. Die Menschen wissen nämlich: Wenn erst die Schlaumeier-Professoren Hans-Olaf Henkel, Joachim Starbatty oder Bernd Lucke einmal auf dem harten Sessel eines Wirtschaftsministers Platz genommen haben, wird es ihnen schnell so ergehen wie einst Gregor Gysi als Wirtschaftssenator in Berlin: Der merkte nach sechs Monaten im Amt, wie weit Marx und Markt auseinanderliegen und trat entnervt zurück.

 

 

 

FacebookTwitterGoogle+Empfehlen

2 Kommentare

  1. Die Dämonisierung der Stammtischbrüder — sehr gut analysiert!

  2. Absolut treffend beschrieben! Top!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.