Reinfeld 1930 2 (2)
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Der Heilige Valentin – und warum Gangster wie auch Blumenhändler ihn so mögen

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Von Frauen, Rosen und Maschinenpistolen

Weltweit begehen Millionen Menschen am 14. Februar den Valentinstag – auch wenn böse Zungen gern lästern, er sei in erster Linie der Feiertag der Blumenhändler und Pralinenproduzenten. Für die Damen gibt es rote Rosen – für die Mitglieder der Bugs Moran-Bande gab es einst blaue Bohnen: Der Valentinstag am 14. Februar ist heute vor allen Dingen der Tag der Liebenden, in den USA steht er aber auch für ein dramatisches Ereignis im Krieg der Gangster in Chicago. Doch nach wem wurde der Tag eigentlich benannt und wie kam er zu seiner Bedeutung?

Namensgeber sind gleich mehrere Heilige: Valentinus, einst Bischof von Rom, Valentin von Viterbo und Valentinus von Terni, ebenfalls beide Bischöfe. Sogar ein vierter Valentin – schon wieder ein Bischof – kommt gelegentlich noch hinzu: Valentin von Rätien. Quasi im Doppelpack wurden Valentin von Terni und Valentin von Rätien früher gern um Hilfe angerufen: Als Schutzpatrone der Liebenden und als Helfer bei epileptischen Anfällen. Eine etwas sonderbare Mischung, von der nur die Bedeutung für die Liebenden bis heute überdauerte. Als der Tag der Geschenke für Paare hat sich der Valentinstag übrigens im 15. Jahrhundert in England etabliert. Von dort kam er mit Auswanderern nach Amerika – und dann mit den Besatzungssoldaten der Alliierten nach 1945 auch nach Deutschland.

Die Lufthansa bringt 1.000 Tonnen Rosen

Blumen sind immer noch der Klassiker am Valentinstag. Nur zum Muttertag werden noch mehr Rosen verkauft, als Mitte Februar. 2013 etwa flog Lufthansa-Cargo allein für den Verkauf am Valentinstag 1.000 Tonnen rote Rosen ein. Die Blumen kommen übrigens fast immer aus Kenia – und haben eine relativ günstige Klimabillanz: Weil dort nahe dem Äquator auch im Winter die Sonne scheint, wird für die Zucht der Pflanzen kaum Energie gebraucht. Experten haben errechnet, dass der Anbau etwa in den Niederlanden oder Deutschland zu dieser Jahreszeit viermal so viel Energie kosten würde, trotz des langen Fluges von Nairobi nach Europa.

Die Pizza zum Valentinstag

Aber nicht nur Blumen, sondern auch Pralinen sind seit Jahren ein Verkaufsschlager. Der Discounter Lidl toppte übrigens in diesem Jahr das große Angebot aller möglicher Waren zum Valentinstag noch mit einer besonderen Pizza in Herzform. Wer nicht an Heilige glaubt oder Pizza wegen der Kalorien meidet, kann sich als Fan und vor allen Dingen Blumenhändler sogar auf die alten Römer berufen: In der Antike gedachte man am 14. Februar der Göttin Juno, Frau des Göttervaters Jupiter und Schutzherrin von Ehe und Familie. Römischen Frauen wurden an diesem Tag von Kindern und Ehemännern Blumen geschenkt.

Das Valentins Massaker in Chicago

Was aber hat es mit den blauen Bohnen in Chicago auf sich? Am 14. Februar 1929 wurden in einer Autowerkstatt sieben Mitglieder der Bande von George „Bugs“ Moran, einem Konkurrenten des berüchtigten Al Capone, von falschen Polizeibeamten mit Maschinenpistolen erschossen. Der hinterhältige Mord ging als „Valentins Massaker“ in die Kriminalgeschichte ein. Und sogar dieses blutige Ereignis hat einen floralen Bezug zum Valentinstag: Das Hauptquartier der Bugs Moran-Bande war einst ein Blumenladen in der North State Street in Chicago gewesen, in dem auch die Kränze und Gestecke für erschossene Gangster verkauft wurden.

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