Der Popo vom Klaus, den hätten sie alle ganz gern

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Von Martin Luther ist der deftige Satz, „jemand hat einen Arsch in der Hose“, was nichts anderes meint, als das jemand etwas ausfüllt, also zu den Dingen steht, die er macht. Wer so einen ganz besonderen Arsch in der Hose hat, ist Klaus Wowereit – er verfügt über einen großartigen Politiker-Arsch, an dem alles vorbeigeht, komme, was da wolle. Zum Beispiel die täglichen Peanuts um den Flughafen BER, der weniger ein internationaler Airport als denn eine nationale Gagfactory ist.

Nun war in Deutschland historisch gesehen eine Hauptstadt (ob mit oder ohne Flughafen) nie von übermäßiger Bedeutung. Hanseaten, Bayern und Rheinländer scherten sich wenig um das, was man in Preußen dachte. Heute hat Bayern mit Horst Seehofer einen fragilen Monarchen, Hamburg eine Philharmonie grauenvoller Dissonanzen und Köln eine U-Bahn, deren Vollendung ein ähnliches Projekt wie die Errichtung der Pyramiden von Gizeh zu sein scheint. Genug politische Possen also, um mit sich selbst beschäftigt zu sein. Berlin braucht kein Mensch vielleicht mit Ausnahme derer, die in Berlin leben.

 

Voller Neid blicken Politiker auf Wowereits Hintern

Es ist also nicht der Flughafen, der exemplarisch ist. Doch auf den Arsch von Klaus Wowereit, der, an dem alles vorbeigeht, auf den blicken in Deutschland heimlich alle Politiker voller Neid. Ole von Beust hätte den sicherlich gern gehabt, doch offensichtlich war er zu sensibel für den rauen Wind in Hamburgs Politik. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma hätte einen solchen dringend Arsch gebraucht, möglichst auch noch breit genug, um das U-Bahndesaster samt Stadtarchiv-Toten und Korruptionsaffäre beim Bau auszusitzen. Und Horst Seehofer wird diesen Arsch in Zukunft noch dringend brauchen, wenn er den bayerischen Thron, an dem die Feinde des christsozialen Royalismus sägen, weiterhin besetzt halten will.

Der Thron von Klaus dem Allmächtigen hingegen steht sicher wie der Fels in der Medienbrandung. Wo andere Politiker längst vor dem Zorn der Masse geflohen wären, nimmt der allerhöchste Bürgermeister und Aufsichtsrat des Flughafens BER selbst bei Korruptionsermittlungen gegen die Hofschranzen seines Vertrauens nicht den Hut, sondern nur Urlaub. Die Kosten für den nachlässig geplanten Airport steigen – doch was scherts die Eiche, wenn sich die Sau dran scheuert. Hatte der Sonnenkönig etwa Skrupel, die Kosten von Versailles ausufern zu lassen? Dachte König Ludwig an die Verplemperung von Steuergeldern beim Bau von Hohenschwanstein?

 

Von Wowereit lernen, heißt siegen lernen!

Denen, die das empörend finden sei gesagt: Das ist wahre Herrschaft. Schon Otto von Bismarck wusste: „Politik ist keine Wissenschaft wie viele Herren Professoren meinen, sondern eine Kunst“. Und in der Tat ist es eine Kunst, als Aufsichtsrat Milliardenfehlplanungen zu verantworten und immer noch obenauf zu sein. Oder um es in der Diktion der (Ost-)Berliner zu sagen: Von Wowereit lernen, heißt siegen lernen. Aber dazu braucht es eben auch den entsprechenden Arsch in der Hose, wie schon Martin Luther einst feststellte.

 

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