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Der reuige Wurstfabrikant, Weihnachtslieder in Moscheen, Ampelfrauchen und die Gauchos

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Ein närrisches Jahr – die Highlights 2014

Jahresende – und schon quält uns das Fernsehen wieder mit Rückblicken, Sportlern des Jahres und irgendwelchen Bestsellerlisten und Helene Fischer-Shows. Dabei gibt es doch nun wirklich spannendere Dinge. So viel Narretei in Politik und Gesellschaft war selten. Hier ist die etwas andere Sicht auf 2014. Ergänzungen sind natürlich jederzeit willkommen!

Die närrischten Politiker-Ideen

Platz 1 gebührt Omid Nouripour. Der Grünen-Politiker hatte angeregt, als Zeichen der Versöhnung sollten Christen im Gottesdienst moslemische Lieder und Moslems christliche Lieder singen. Später ruderte er zurück und behauptete, er sei falsch zitiert worden. Eine typische Politikerreaktion – nach markigen Worten wird gern mal dementiert. Der Vorschlag Nouripours ist so geistreich wie die Vorstellung, die CDU würde auf einem Parteitag die Internationale singen und die LINKE unter einem Foto von Konrad Adenauer tagen.

Platz 2 gebührt geht an Andreas Scheuer, den Generalsekretär der CSU, und seinen Vorschlag, wer dauerhaft hier lebe, solle dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie Deutsch zu sprechen. Selbst Parteifreunde wie Ilse Aigner („Dahoam sprechen mir bayerisch“) machten sich lustig über Scheuer, der bisher eher mit großkotzigen Sprüchen, zu viel Gel in den Haaren und einem zweifelhaften „Doktortitel“, als mit politischen Strategieentwürfen auffiel.

Der Gauner des Jahres

Der Ehrenpreis für den Gauner des Jahres gehört dem größten bekannten Steuerhinterzieher aller Zeiten, dem Wurstfabrikanten Uli Hoeneß. Außerdem macht sein Fall Mut: Nach der Hinterziehung von fast 30 Millionen Euro an Steuern mit drei Jahren Haft davonzukommen, sollte Ansporn für neue Steuersparmodelle sein. Selten hat Deutschland einen derart sympathischen Kriminellen hervorgebracht – ja, und auch ich gestehe: Der Uli war ein übler Gauner, aber er bleibt einer von uns und auch tief in mir gibt es den inneren Schweinehund, der das Finanzamt für einen noch schlimmeren Verein hält, als den FC Bayern München…

Die Aufsteiger des Jahres

Keine Frage – dazu gehört das Comeback des FC Köln. Es sieht so aus, als hätte das Team um Peter Stöger tatsächlich endlich das Zeug, dieses Mal die 1. Bundesliga etwas länger zu bereichern. Aber „et kütt wie et kütt“ und die Kölner haben schon immer das Talent gehabt, wieder alles zu vergeigen…

Außerdem gehören Volker Bouffier und Bodo Ramelow, die ihren Willen zur politischen Gestaltung mit neuen Koalitionen sichern, zu den Aufsteigern 2014. Sie machen deutlich, dass Veränderung und neues Denken möglich sind, auch wenn niemand den Ausgang vorherzusagen wagt. Es kann zwar noch eine Menge in die Hose gehen, doch die beiden Ministerpräsidenten zeigen, dass Politik mehr ist, als eine lahmende große Koalition. Politik ist der Wettbewerb von Ideen, nicht das Sichern von Pfründen.

Die Absteiger des Jahres

Thomas Middelhoff, der Mann mit dem Grinsen eines Versicherungsdrückers, ist der Absteiger des Jahres 2014. „Big T“ nannte er sich in völliger Selbstbescheidenheit. Erst nahm er sich Bertelsmann vor, dann Karstadt, erleichterte angeblich Madeleine Schickedanz um Milliarden. Seine größte Sorge waren nicht etwa die Arbeitsplätze bei Karstadt, sondern die Finanzierung seiner Yacht und ihres Liegeplatzes. Momentan ist er noch im Knast – ein jetzt wohl angemessenes Domizil für „Big T“, das er immerhin mietfrei bewohnen kann.

Absteiger Nummer zwei: Borussia Dortmund. Kloppos schwarz-gelbe Truppe wurde vom Meister der Herzen zum Aspiranten für die zweite Liga – mit einem Stürmer, der zwar Auto fährt, aber nicht einmal einen Führerschein hat. Der Club schwächelt momentan ebenso, wie sein Sponsor Opel. Immerhin: Dauert die Entwicklung an, können sich die Fußballfreunde im Pott wieder auf die legendären Derbys Dortmund-Bochum freuen…

Außerdem in den Top-Ten der Absteiger: der abgewichste ADAC-Testfälscher Michael Ramstetter, der peinliche Rüstungslobbyist Dirk Niebel und Putin-Freund Gerhard Schröder, der den russischen Diktator an dessen Geburtstag knuddelte während sich Außenminister Steinmeier für eine diplomatische Lösung abrackert.

Die peinlichsten Leute des Jahres

Ganz weit vorn: Alice Schwarzer. Die oberste selbsternannte moralische Instanz für Feminismus, Schambehaarung und die Verknastung von Jörg Kachelmann, gestand, jahrelang Steuern hinterzogen zu haben. Außerdem hatte sie große Probleme zu erklären, wie sie mit den Fördergeldern für den Frauen-Medienturm in Köln umgeht, von einer gerichtsanhängigen Rufmordkampagne gegen Jörg Kachelmann ganz zu schweigen.

Platz zwei geht an Ronald Pofalla. Erst pöbelte er den CDU-Fraktionsvize und Parteifreund Wolfgang Bosbach an („ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen“), dann machte er es sich mit üppigem Gehalt und Abgeordnetenversorgung bei der Deutschen Bahn bequem, für die er sich verdächtig oft als Kanzleramtsminister eingesetzt hatte. Ein hinreißendes Beispiel für die legale aber keineswegs legitime Art der Politikerversorgung.

Platz drei gibt’s für Margot Käßmann. Während ISIS anfing zu morden, zu vergewaltigen und zu brandschatzen, verlangte die von der Realität anscheinend völlig überforderte evangelische Ex-Bischöfin Sitzblockaden als friedliches Mittel gegen die grausamen Islamisten einzusetzen. Offensichtlich weniger ein Fall von göttlicher Erleuchtung als von weltlicher Unreife bei der Theologin.

Der Event des Jahres

Tut mir leid, liebe Leser, schon wieder Fußball! Die WM in Brasilien war das absolute Highlight des Jahres 2014. Bundestrainer Jogi Löw und seine Jungs schenken Deutschland endlich ein neues Sommermärchen – und nur ganz langweilige Kleingeister kritisierten den harmlosen „Gaucho-Tanz“ von Müller, Hummels, Schweini und Co. im Siegestaumel am Brandenburger Tor. Dieser Sommer dürfte auch für Bierbrauer, Gastwirte und Grillkohleproduzenten unvergessen bleiben.

Das TV-Highlight des Jahres

„Wetten dass?!“ ist 2014 endlich Geschichte geworden und mit einer hochnotpeinlichen letzten Ausstrahlung ins Fernsehmuseum gewandert. Das TV-Highlight des Jahres aber war Pro7 mit „Schlag den Raab“. Die mit Abstand beste TV-Show im deutschen Fernsehen unterhielt witzig, geistreich, kreativ und nie langweilig. Wieder einmal zeigte sich: Stefan Raab ist der einzige echte Entertainer dieses Landes. Er hält wie der legendäre Narr der Gesellschaft den Spiegel vor. Hier bei Raab hätte Markus Lanz beizeiten in die Lehre gehen sollen, dann hätts auch mit dem ZDF geklappt.

Die albernste Diskussion des Jahres

Statt sich mit Themen wie Stadtentwicklung, Integration oder Kindertagesstätten zu befassen, vergeudete eine Reihe von närrischen LokalpolitikerInnen in Berlin und Dortmund Zeit und Geld für Diskussionen um Ampelfrauchen und Ampelmännchen. Das Palaver über die Quotierung von primären Geschlechtsmerkmalen an Lichtzeichenanlagen dürfte wohl so ziemlich die überflüssigste Diskussion des Jahres gewesen sein. Kein Wunder, dass Kommunalwahlen eine miese Resonanz haben…

Ihre persönlichen Highlights?

Natürlich gab es 2014 noch viel mehr Ereignisse! Sie haben weitere Kategorien für Ihren ganz persönlichen Jahresrückblick? Die nervigsten Songs? Die hässlichsten Neuwagen? Die schlimmsten Politiker-Outfits? Die peinlichsten Schriftsteller? Egal, ob Dschungelcamp, Bundestag oder Helene Fischer und Co.: Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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