Es gibt Hoffnung

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Wenn man aktuell Nachrichten abruft, kann man eigentlich nur verzweifeln. Im Sandkasten „Welt“ hauen sie sich die Schaufeln um die Ohren und die Umstehenden schauen entsetzt oder abwartend zu. Oder sie mischen sich halbherzig ein, indem sie mit Sand schmeißen oder zusätzliche Schaufeln zur Verfügung stellen.

Was ist nur los „da draußen“? Ist die Menschheit verrückt geworden? Ich befürchte, das war sie schon immer – rücksichtslose Machtspiele füllen die Geschichtsbücher. Was bedeutet das für unsereins, der (oder konkret eher die) die Geschehnisse satt und frei aus der Entfernung betrachten kann. Zuschauen, mitleiden und hoffen, dass es sich nicht auf das eigene Leben auswirkt? Sich politisch mehr engagieren, auf die Barrikaden gehen? Spenden? Sich in sozialen Medien auf die eine oder andere Seite schlagen? Oder darf man – moralisch betrachtet – die negativen Schlagzeilen einfach ausblenden und das eigene Glück, nicht direkt betroffen zu sein, genießen? Ganz ausblenden geht natürlich nicht, aber einmischen ist für mich persönlich ebenso schwierig. Um ehrlich zu sein, steige ich viel zu wenig durch, wer da gegen wen und warum kämpft. Selbstverständlich habe ich Mitleid mit betroffenen Flüchtlingen, Überlebenden, Verletzten, Verzweifelten- auf jeder der beteiligten Seiten. Es sind nur schlicht zu viele Menschen, die Mitleid verdient haben. Es gibt neben den Kriegen ja auch noch reichlich Umweltkatastrophen, Krankheiten oder persönliche Schicksalsschläge. Was tun?

Ich bewundere Menschen, die sich aktiv daran beteiligen, diese Welt ein bisschen gerechter, friedlicher, schöner zu machen. Die vor Ort in Krisengebieten helfen, die Gelder auftreiben, die Projekte initiieren. Toll! Kann oder will aber nicht jeder. Ich auch nicht, zumindest hält sich mein politisches und gesellschaftlich-soziales Engagement bis heute in Grenzen. Ich freue mich aber auch über Menschen, die sich aktiv daran beteiligen, diese Welt in ihrer direkten Nachbarschaft ein bisschen schöner zu machen: Vor ein paar Tagen ging ich – müde, schlecht gelaunt und durch den Regen – gegen 22 Uhr (weil ich mich vorher nicht aufraffen konnte) in den Rewe um die Ecke. Wie so oft merke ich erst an der Kasse, dass ich keinen Beutel dabei habe, lege also genervt (von mir) eine Tüte aufs Band. Die Kassiererin (von der ich annahm, dass sie sich auch etwas Besseres vorstellen könnte als abends um zehn noch Leute zu bedienen, die vorher zu faul dazu waren) zieht die Tüte über den Scanner, packt direkt meine Einkäufe hinein, stellt mir mit einem strahlenden Lächeln die gepackte Tüte hin und wünscht mir einen schönen Abend. Tag gerettet, Laune gerettet, danke unbekannte Rewe-Kassiererin. Die Moral von der Geschicht‘? Die Menschheit ist verrückt – ja klar. Aber es gibt Hoffnung!

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