Fräulein Rottenmeier, die ewige Spaßbremse ist immer noch da…

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Mein Zwickel gehört mir – denkste!!

Mit 18 Jahren sind die Menschen in Deutschland volljährig. In Wirklichkeit aber beginnt dann nur eine andere Phase der Bevormundung. Was wir reden, essen, wählen, sprechen sollen: Politiker sehen die Menschen als unmündige Zöglinge. Der Staat frisst sich immer weiter in unser Privatleben. Angeblich hat er nur gute Absichten, in Wahrheit aber höhlt er die Freiheit aus.

Dabei hat die staatliche Bevormundung einst ein ganz harmloses Gesicht. Es gehörte einem nicht übermäßig intellektuell begabten Verwaltungsjuristen namens Franz Bracht, der 1932 eine neue „Badeverordnung“ fabrizierte, denn ihm war aufgefallen, wie unmoralisch sich die Bürger im Freibad kleideten. Also musste man die Menschen vor sich selbst schützen:

(2) Frauen dürfen öffentlich nur baden, falls sie einen Badeanzug tragen, der Brust und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt, unter den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist. Der Rückenausschnitt des Badeanzugs darf nicht über das untere Ende der Schulterblätter hinausgehen.

(3) Männer dürfen öffentlich nur baden, falls sie wenigstens eine Badehose tragen, die mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist. In sogenannten Familienbädern haben Männer einen Badeanzug zu tragen.

 

Die Freiheit fängt im Schritt an

Eine staatliche Verordnung, die vorschreibt, wo die Badehose anfängt und wo der Strandanzug endet? – so etwas konnte doch auch schon 1932 nur einem Hirn entfleuchen, dass von völliger Lebensferne und der Angst um den eigenen Schritt erfüllt war. Doch Franz Bracht hat viele Nachkommen, die heute politisch tätig sind. Sie wollen uns unser Leben erleichtern – und wir müssen dafür nur etwas völlig unbedeutendes aufgeben: Die Freiheit, selbst zu entscheiden.

 

Fräulein Rottenmeier will nur unser Bestes

In Wahrheit will uns dieser Staat aber nicht nur an den Zwickel. Er ist eine Supernanny mit der verhärmten Seele von Fräulein Rottenmeier, jener spaßfreien Gouvernante, die schon der armen Heidi und Klara das Leben mit ständigen Verboten und Anweisungen sauer machte. Fräulein Rottenmeier…

  • will uns mit allen Mitteln das Rauchen und Saufen abgewöhnen, betreibt aber gleichzeitig einnahmekräftige Lotterien auf dem Rücken von Spielsüchtigen und kassiert horrende Steuern für Tabak,
  • fordert von der Wirtschaft einen Mindestlohn, lässt aber ihre eigenen Praktikanten unentgeltlich in Parteien, Ministerien und Verbänden schuften,
  • will wissen, wann wir in einem Hotel übernachten und verlangt darüber immer noch wie schon zu Kaisers Zeiten eine Meldung bei der Polizei,
  • verdächtigt Eltern, die ihre Kinder nackt im Planschbecken fotografieren als Pornografen, hat aber überhaupt kein Problem mit der Videoüberwachung und Vorratsdatenspeicherung unbescholtener Bürger,
  • verlangt, dass wir unsere Sprache nach den obskuren Wünschen einzelner Politiker ändern und scheut nicht davor zurück, dafür rigide selbst in bestehende Literatur einzugreifen,
  • gibt vor, Freiberufler besser schützen zu wollen, heuert aber selbst heimlich in großem Stil Scheinselbständige an wie jetzt gerade wieder publik wurde,
  • will Gebühren für ein staatliches Fernsehprogramm kassieren, selbst dann, wenn Menschen nicht einmal einen Fernseher im Haushalt haben,
  • dreht uns rücksichtslos die alten Glühbirnen aus der Lampe und bringt die Menschen stattdessen mit giftigen Quecksilbersparleuchten aus der Fassung,
  • verlangt, dass wir gesunde und besonders gekennzeichnete Produkte kaufen und auf mehr Bewegung achten – nur Politiker wie Peter Altmeier, Andrea Nahles und Siegmar Gabriel sind davon offensichtlich ausgenommen…

 

Heiko Maas und seine Sorge um den Trottel

Einer von Fräulein Rottenmeiers engsten Mitarbeitern ist ein Minister, dem DER SPIEGEL vorhält, „Den Trottel als Leitbild“ zu haben: Heiko Maas, ein Ziehkind von Oskar Lafontaine. Ähnlich wie bei Fräulein Rottenmeier, wird auch bei ihm und seinen Kollegen der Mensch zum Opfer seiner Triebe und eigenen Mängel. Im Denken von Heiko Maas und Fräulein Rottenmeier ist heute an die Stelle der Bevormundung durch die Kirche der Staat getreten – der nicht weniger bigott agiert, als einst die Bischöfe. Früher bauten Kardinäle Kathedralen, schlemmten, nutzten alle finanziellen Vorzüge der Kirche – aber dem gemeinen Volk predigten sie Mäßigung und Enthaltsamkeit.

 

Ein Menschenbild aus dem 19. Jahrhundert

Heute ist es der Staat, der Fasten, Stromsparen und korrekte Sprache einfordert. Fräulein Rottenmeier gibt einfach nicht auf, uns auch gegen unseren Willen zu braven Kindern zu erziehen. Die Politik im zweiten Jahrtausend bedient sich eines biedermeierlichen Menschenbildes aus dem 19. Jahrhundert. Heiko Maas und Co. rutschen historisch mit ihren Gesetzesvorhaben noch vor die Badeverordnung von 1932. Eine Fülle von Regeln zwängt uns prompt in ein immer engeres Korsett. Da war selbst der Zwickel des Herrn Bracht beim Flanieren im Strandbad noch angenehmer zu tragen…

Und Fräulein Rottenmeier will noch viel mehr, um uns zu braven und anständigen Menschen zu erziehen, doch soll aus Platzgründen erst einmal Schluss sein. Wem noch weitere Beispiele einfallen, der kann sie hier gern zur Abschreckung auflisten. Klara und Heidi werden es danken.

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2 Kommentare

  1. … die Ölkännchen, die Ladenschlusszeiten, die Dämmung an Häusern…

  2. Ein Staat der ständig vorgibt, den Bürger schützen zu wollen, möchte eigentlich nur die Kontrolle über seine Schützlinge… Das ist kaum auszuhalten!

    Es heißt übrigens Glühlampe nicht Glühbirne. Und die Lampe ist eine Leuchte 😉

    In diesem Sinn, weiter so…

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