Haftbefehl für den Fehlerteufel!

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Arbeitsamt (2)

Hand aufs Herz: Haben wir nicht alle immer gezittert, wenn die strenge Stimme des Deutschlehrers ein Diktat androhte? Diejenigen von uns, die besonders faul waren, hatten natürlich die meiste Angst. Doch diese Angst war unbegründet. Denn viele von diesen früheren Mitschülern haben einen gut dotierten Arbeitsplatz gefunden: Beim Staat. Dort sitzen sie nun 38,5 Stunden in der Woche und versenden fehlerhafte Bescheide, Formulare und andere Dinge, ohne die das Leben einfach nicht möglich wäre.

Wie schön also, dass es Verwaltungen und Behörden gibt, die sich derjenigen erbarmt haben, die schon in der Schule für manche Dinge – wie etwa die Rechtschreibung – viel zu faul waren… Natürlich muss man jetzt auch der Gerechtigkeit halber sagen, dass nicht alle Stümper der deutschen Sprache dort gelandet sind. Aber es ist schon erstaunlich, dass derselbe Staat, der Deutschkurse für Ausländer vorschreibt, diese offensichtlich den eigenen Mitarbeitern schamlos vorenthält.

Da versucht ein Polizeibeamter mit Abitur (nein, wir wollen in diesem Zusammenhang nicht fragen, ob er es in Bremen gemacht hat…) einen Tathergang zu schildern – und schreibt nicht nur den Namen des Beschuldigten in zwei Versionen, sondern mäandert auch entsetzlich durch Groß- und Kleinschreibung und die von ihm wahrscheinlich schon als Schüler gefürchtete Orthografie… Als Bürger bleibt da die bange Frage: Ermittelt der Polizist auch so, wie er schreibt? Wenn jemand den Fehlerteufel nicht fassen kann, ist er dann wenigstens in der Lage, böse Buben dingfest zu machen? Neun Fehler in 21 Zeilen … eine glatte Fünf.

 

Fehler über Fehler: Wie Behörden schlampen

Aber es geht noch schlimmer, wie dieses Schreiben der Agentur für Arbeit zeigt. Da gelingt es einem Mitarbeiter in sieben Zeilen sogar acht Fehler unterzubringen. Aber der Mitarbeiter ist schlau: Er hat vorsichtshalber auch gleich seinen Namen weggelassen. Eine reife Leistung, die direkt mit etlichen Stunden Nachsitzen bei meinem alten Deutschlehrer bestraft werden sollte. Das ist eine glatte Sechs und reicht zum ewigen Sitzenbleiben auf einer A 6 Stelle…

Ganz heimlich still und leise verkommt das Land: Wer als Staatsdiener (Achtung, darin steckt das fiese alte Wort „dienen“) so schlampig mit den Bürgerinnen und Bürgern kommuniziert, steht nicht unbedingt im dringenden Verdacht, seine anderen Aufgaben mit übermäßigem Fleiß auszuführen. Deshalb beantrage ich umgehend einen Haftbefehl gegen den Fehlerteufel und seine Komplizen in deutschen Amtsstuben und ersuche meinen alten Deutschlehrer, diesen zu vollstrecken, denn der konnte deutlich besser durchgreifen als die Polizei…

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