Nie wieder soll von deutschem Boden eine Fußballweltmeisterschaft ausgehen

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Die rot-grünen Nonsens-Kegler

Von wegen schwarz-rot-goldenes Sommermärchen: „Fußball-Fans: Fahnen runter“, fordert die Grüne Jugend. Denn Fahnenschwenken schürt Nationalismus. So führen die Nachwüchsler von Künast, Roth und Co. tapfer den internationalen Kampf gegen den Faschismus. Die Botschaft ist klar: Nie wieder soll von deutschem Boden eine Fußballweltmeisterschaft ausgehen. Dass mein Nachbar Jérôme Boateng ebenso wie seine Mitspieler diese Fahne an seinem Trikot trägt, ist der Grünen Jugend wohl nicht aufgefallen – vermutlich gehen sie während der EM-Spiele aus Protest lieber gutbürgerlich kegeln…

Während überall auf der Welt von Despoten wie Putin, Assad oder Erdogan fleißig gezündelt wird und Freiheit und Demokratie in Gefahr sind, zitieren die jungen Grünen den alten Adorno („Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.“) und malen die so alte wie falsche Fratze der bürgerlichen Nähe zum Rechtsextremismus an die Wand. Freilich, historische Betrachtung und die mühevolle wissenschaftliche Interpretation politischer Ereignisse zählte noch nie zu den Tugenden der Grünen.

„Sie bestreiten alles, nur nicht ihren Lebensunterhalt.“

Und natürlich sind auch die Jusos, stets intellektuelle Speerspitze ihrer Partei, dabei. Der Berliner Landesverband der SPD-Jugendorganisation schreibt auf seiner Webseite: „Die empörten Reaktionen auf die Kritik der Grünen Jugend am Nationalismus zeigt eins: Sie haben recht. Wir teilen ihre Kritik an dem Abfeiern eines Nationalgefühls. Es geht bei dieser Männer-EM um Fußball – nicht um „schwarz-rot-gold.“ Es wäre unfair in diesem Zusammenhang den großen Sozialdemokraten Helmut Schmidt zu zitieren, der einst über die Jusos bitter sagte: „Sie bestreiten alles, nur nicht ihren Lebensunterhalt.“…

Die Flage der „Judenrepublik“ wird in den Schmutz gezogen

Dumm nur dabei, dass ausgerechnet diese Flagge so rein gar nichts mit Nationalismus zu tun hat. Es gab übrigens schon mal eine Zeit, in der junge radikale Leute unterwegs waren, Flaggen in diesen Farben umzuknicken und abzureißen. Diese Leute waren Mitglieder der SA und für sie symbolisierte Schwarz-Rot-Gold die Republik von Weimar, die „Judenrepublik“, wie sie sagten – und diese „Judenrepublik“ verachtete die junge Garde der braunen Revolution. Und sie hatte auch gleich eine passende Bezeichnung für die Farben der Fahne: „Schwarz-Rot-Scheiße“. Denn „Schwarz-Rot-Scheiße“ stand seit 1918 eben nicht für Eroberung und deutsches Herrenmenschentum, sondern „nur“ für Demokratie und Gleicheit. Kaum an der Macht, zogen die Nazis diese Farben aus dem Verkehr und setzten das Hakenkreuz an ihre Stelle.

Die deutschen Farben mit Vielfalt und Leben füllen

Wer heute junge Deutsche aller Hautfarben, Religionen und sexuellen Dispositionen mit der Flagge einer Demokratie fröhlich feiern sieht – übrigens oft und gern kombiniert mit den Farben vieler anderer Nationen  – fragt sich, warum die Grünen und die Jusos in ihrer Betrachtung der Fußballfan-Welt so griesgrämig daher kommen. Alt und verbittert verkünden die linken Konservativen seit Jahren gebetsmühlenartig ihre Thesen zur Radikalisierung und merken nicht, wie falsch sie liegen. Anstatt die Farben der Bundesrepublik Deutschland mit buntem Leben und Vielfalt zu füllen, fordern sie stattdessen verdrießlich, sie unter Verschluss zu halten. Erhobener Zeigefinger und Besserwisserei nach Oberlehrerart – das ist reaktionär und antidemokratisch, nicht das Schwenken.

Die traurigen Fähnchenknicker…

Und wieder sind auch die Fähnchenknicker unterwegs. Was glauben die selbsternannten Aktivisten wird die Reaktion der Fußballfans sein? In sozialen Netzwerken wird allenthalben von den Fähnchen-Freunden fürs Abknicken Prügel, eine Strafanzeige oder wahlweise beides angedroht. Sachbeschädigung hin oder her – was die Flaggen-Knicker treibt, ist weniger der Kampf gegen den angeblichen Nationalismus, sondern der gegen den inneren Schweinehund. Tue (angeblich) Gutes auf Kosten anderer und poste darüber, gilt hier ebenso, wie bei so vielen anderen trüben Aktionen selbsternannter Weltenretter.

Einfach mal ohne Abendbrot zu Bett…

So werden sie weiter heimlich kleine Fähnchen knicken und sich wie große Kämpfer vorkommen. Und keinen Moment daran denken, dass sie damit auch das Werk derer erledigen, die schon mal Schwarz-Rot-Gold gegen das Hakenkreuz ausgetauscht haben. Aber so viel Verstand wäre wohl zu viel verlangt. Deshalb lautet die angemessene Strafe für die Fähnchen-Knicker auch nicht Prügel oder Strafanzeige sondern ohne Abendbrot ins Bett. Und dann mal eine Nacht drüber schlafen, ob es sich nicht lohnt, auch mal für Dinge zu engagieren, die wichtig sind.

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