Panzer rollen in Afrika vor: Die Welt des Dirk Niebel

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„Geben ist seliger denn nehmen“ – wer war nur auf die Idee gekommen, einen derart weltfremden Mann wie Jorge Mario Bergoglio zum Papst zu machen. Was für ein Unsinn! Wer immer nur gibt, hat bald selbst nichts mehr und vom Gotteslohn allein mag vielleicht Papst Franziskus leben können, doch niemand, der mit beiden Beinen fest in der Welt steht. Ein weltliches Beispiel für wahrhaft sinnvoll gelebten Eigennutz ist Dirk Niebel. Der ehemalige Minister für Entwicklungshilfe hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich ohne jegliches Zutun der Agentur für Arbeit eine neue Arbeitsstelle organisiert.

Und dabei hat er es gut getroffen. Denn während viele Ex-Politiker in unseriöse Branchen abdrifteten – Roland Pofalla etwa heuerte bei der Deutschen Bahn an, dem Paradebeispiel für Verbraucherhass, Gerhard Schröder bei einem dubiosen russischen Gas-Lieferanten – hat sich Niebel für ein klassisches deutsches Unternehmen entschieden: Den Rüstungsproduzenten Rheinmetall. Dort werden langlebige Kettenfahrzeuge und hochwertige Elektronik sowie Geschütze gefertigt – alles aus wertvollen und ausgesuchten Rohstoffen. Der Spürpanzer „Fuchs“, die Feuerleitanlagen für den Kampfpanzer „Leopard“ oder die „Panzerhaubitze 2000“ sind Spitzenprodukte der deutschen Industrie. Sie sind garantiert nicht in Kinderarbeit gefertigt und gehen im Gegensatz zu jedem Produkt aus einem herkömmlichen Elektromarkt fast nie kaputt.

 

Rheinmetall: Qualität setzt sich durch

Überdies hat der neue Arbeitgeber von Dirk Niebel eine lange Tradition vorzuweisen: Bereits im Ersten Weltkrieg fertigte das Unternehmen auf hohem Niveau Rüstungsgüter und bot tausenden von Menschen in jenen unsicheren Jahren einen soliden Arbeitsplatz. Nicht einmal den Nationalsozialisten gelang es zwanzig Jahre später, sich den Qualitätsprodukten des Hauses zu verschließen, zumal die Fertigungsstätten von Rheinmetall auch vielen jüdischen Zwangsarbeitern das gerade in dieser stürmischen Zeit so besonders schmerzlich vermisste sprichwörtliche Dach über dem Kopf bot. Ab den späten 60er Jahren fertigte Rheinmetall dann das legendäre Maschinengewehr MG 3, an das sich Generationen von deutschen Soldaten liebevoll wegen seiner unkomplizierten Bauart erinnern.

Der SPIEGEL aber schreibt böse über Dirk Niebel: „Für Empörung sorgt vor allem die Tatsache, dass der FDP-Politiker Niebel als Minister für Entwicklungshilfe in der schwarz-gelben Regierung von 2009 bis 2013 auch im Bundessicherheitsrat saß – jenem Geheimgremium, das über Waffenexporte entscheidet… Auch Geschäfte, die seinen künftigen Arbeitgeber Rheinmetall betreffen, wurden im Bundessicherheitsrat während Niebels Zeit entschieden.“ Nun heißt es dank Niebel wie in einem alten Panzerfahrerlied der Wehrmacht vielleicht mal wieder „es rasseln die Ketten, es dröhnt der Motor – Panzer rollen in Afrika vor!“

 

„Minister Peinlich“ ist weg – Glück für die FDP

Die Empörung ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Dirk Niebel hat weder seiner Partei als Generalsekretär, noch als Entwicklungsminister irgendwelchen Hungernden einen Rosengarten versprochen. Er reiste provokativ mit alter Bundeswehrfeldmütze nach Afrika, verschlampte es, einen im Ausland gekauften Teppich zu verzollen, führte ein Ministerium, dessen Abschaffung er vor seiner Regierungsbeteiligung gefordert hatte und brachte anschließend dort seine persönlichen Spezis unter.

Dann verlor die FDP die Wahl und Niebel suchte sich den Arbeitsplatz bei Rheinmetall. Was also ist daran empörend? Der Mann ist sich immer treu geblieben – und sein neuer Job nur die logische Konsequenz seines bisherigen Handelns. Und jetzt mal ganz ohne Ironie: Dirk Niebel war stets die traurige Karrikatur eines Liberalen. Wer bei ihm die Ideen und den Esprit Naumanns, Eschenburgs oder Baums suchte, suchte meist vergebens.  Mit einem Wort: Die Partei hat Glück gehabt, dass „Minister Peinlich“ endlich außerhalb ihrer Reihen das macht, was er am besten kann: Sich selbst produzieren und dem Motto vieler Politiker folgen: Enrichissez-vous!

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