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Schwarz-Rot-Sche… und der heldenhafte Kampf gegen den deutschen Fußballimperialismus

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Die Nonsens-Krieger: Nie wieder WM?

Der internationale Kampf gegen den Faschismus hat einen neuen und tatkräftigen Höhepunkt erreicht: Tapfere junge Menschen wehren sich gegen schwarz-rot-goldene Fähnchen an Autos. Sie machen so deutlich: Nationalismus darf keine Chance haben! Schließlich haben schon mehrfach gefährliche Wink-Elemente, nicht nur an harmlos wirkenden Autos, sondern auch an gepanzerten Fahrzeugen und Kanonenbooten die Völker in den Krieg getrieben. Da bekanntlich die Kriegsgefahr vor, während und nach Fußballwettbewerben besonders groß ist, sind die mutigen Aktionisten unterwegs. Nie wieder soll von deutschem Boden eine Fußballweltmeisterschaft ausgehen.

Während überall auf der Welt von Despoten wie Putin, Assad oder Maliki fleißig gezündelt wird und Freiheit und Demokratie in Gefahr sind, ziehen bei uns lustige linke Gruppen umher und knicken Fähnchen ab als Beitrag zum internationalen Kampf gegen Faschismus und Krieg. „Unter dem Be­griff „Cap­tu­re the Flag“ wird der öf­fent­li­che Raum von einem der do­mi­nan­tes­ten na­tio­na­len Sym­bo­le befreit, dem Au­to­fähn­chen zur EM / WM“, verkündet die Gruppe „Cosmonautilus“ von der Berliner Antifa

Pseudo-intellktuelle Nonsens-Krieger

Wahrlich, hinter diesen mutigen Taten spüren wir den Geist der Internationalen Brigaden, die einst in Spanien gegen die Horden Francos und die Legion Condor kämpften! Auch heute, zur Fußball-WM, gehen junge Menschen in die Schützengräben der Großstädte und haben selbstlos den Kampf gegen das Symbol für Nationalismus und Unterdrückung schlechthin aufgenommen, die Flagge Schwarz-Rot-Gold! Da reibt sich der halbwegs gebildete Mensch doch ein wenig verwundert die Augen über diese pseudo-intellktuellen Nonsens-Krieger…

Die Flage der „Judenrepublik“ wird in den Schmutz gezogen

Dumm nur dabei, dass ausgerechnet diese Flagge so rein gar nichts mit Nationalismus zu tun hat. Es gab übrigens schon mal eine Zeit, in der junge radikale Leute unterwegs waren, Flaggen in diesen Farben umzuknicken und abzureißen. Diese jungen Leute waren Mitglieder der SA und für sie symbolisierte Schwarz-Rot-Gold die Republik von Weimar, die „Judenrepublik“, wie sie sagten – und diese „Judenrepublik“ verachtete die junge Garde der braunen Revolution. Und sie hatte auch gleich eine passende Bezeichnung für die Farben der Fahne: „Schwarz-Rot-Scheiße“. Denn „Schwarz-Rot-Scheiße“ stand seit 1918 eben nicht für Eroberung und deutsches Herrenmenschentum, sondern „nur“ für Demokratie, wenn auch für eine sehr fragile.

Die traurigen Fähnchenknicker…

Was also soll das Abknicken dieser Fähnchen? Was glauben die selbsternannten Aktivisten wird die Reaktion der Fußballfans sein? In sozialen Netzwerken wird allenthalben von den Fähnchen-Freunden fürs Abknicken Prügel, eine Strafanzeige oder wahlweise beides angedroht. Sachbeschädigung hin oder her – was die Flaggen-Knicker treibt, ist weniger der Kampf gegen den angeblichen Nationalismus, sondern der gegen den inneren Schweinehund. Tue (angeblich) Gutes auf Kosten anderer und poste darüber, gilt hier ebenso, wie bei so vielen anderen trüben Aktionen selbsternannter Weltenretter.

So werden sie weiter heimlich kleine Fähnchen knicken und sich wie große Kämpfer vorkommen. Und keinen Moment daran denken, dass sie damit auch das Werk derer erledigen, die schon mal Schwarz-Rot-Gold gegen das Hakenkreuz ausgetauscht haben. Aber so viel Verstand wäre wohl zu viel verlangt. Deshalb lautet die angemessene Strafe für die Fähnchen-Knicker auch nicht Prügel oder Strafanzeige sondern ohne Abendbrot ins Bett. Und dann mal eine Nacht drüber schlafen, ob es sich nicht lohnt, auch mal für Dinge zu engagieren, die wichtig sind.

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