Goldene Kamera für Greta Thunberg: Der Weltuntergang wird zur Realsatire

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Die heiße Luft der Pharisäer

Die wohl größte Satire in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit: Ausgerechnet die Medienbranche, in der riesige SUV und Wochenendtrips mit dem Flieger bis heute Statussymbole sind, zeichnet eine Klimaaktivistin mit der Goldenen Kamera aus. Allein schon die Sponsoren hätten bei Greta Thunberg und ihrem Management normalerweise ökologischen Brechreiz auslösen müssen.

Eigentlich müsste eine Klimaaktivistin die Goldene Kamera meiden wie ein Gesunder eine Leprakolonie. Nichts an dieser Veranstaltung ist nachhaltig – vor allen Dingen nicht die Branche, die sich dort inszeniert. Auch die Sponsoren sind eher Vertreter eines ökologischen Armageddon als Vorreiter einer besseren Welt: TUI-Cruises, Betreiber von gigantischen rußtriefenden Kreuzfahrtschiffen, und VW, Erfinder des organisierten Dieselbetruges, gehören dazu. Da ist es fast nebensächlich, dass Laudator Bully Herbig Greta erst treuherzig lobt um im nächsten Atemzug Absolution einzufordern: „Ich bin kein perfekter Klimaschützer“, sagt er. Er habe ein Auto, fliege in den Urlaub, esse Fleisch und habe Werbung für Süßigkeiten gemacht. Die Pharisäer im Saal klatschen begeistert.

Greta und die Schriftgelehrte Katrin Göring-Eckardt

Es war Katrin Göring-Eckardt, die abgebrochene ostdeutsche Theologin, die Greta Thunberg eine „Prophetin“ nannte. In einer Kanzelrede in der Salvatorkirche in Duisburg verglich sie die Schülerin mit dem sozialkritischen Propheten Amos. Der geißelte die Zustände seiner Zeit als Missachtung der Gebote Gottes und sagte ein Strafgericht voraus. So wird aus Greta Thunberg nach dieser Diktion eine Heilige der letzten Tage der Menschheit. Prompt lästerte der frühere Mitgründer der SPD in der DDR, Gunther Weißgerber: „Die Schriftgelehrte Katrin Göring Eckardt weist uns erneut den Weg aus der Verdammnis.“

Das große Lechzen nach Erlösung

Doch Häme ist nicht angebracht. In einer Welt, in der es für Millionen Menschen als Erfüllung gilt, sich brüstewackelnd durch einen Dschungel zu grinsen um ein „Star“ zu werden, lechzt offensichtlich nicht nur die angelernte Theologin Göring-Eckardt nach baldiger Erlösung. Wenn die Reichen augenscheinlich immer reicher werden und die Sintflut aus Plastikmüll ihren Höchststand erreicht, hat für manchen die Vorstellung, Greta Thunberg könne gemeinsam mit Robert Habeck und Bernie Sanders heilend über die durch den Klimawandel immer höher steigenden Wasser wandeln, etwas tröstliches.

„Nur pure Ideologie. Arme Greta!“

Doch so wie alle Heiligen immer wieder vom Bösen versucht werden, so muss auch die neue Prophetin der grünen Bewegung harte Prüfungen überstehen. Herrscht auf der einen Seite unkritische Vereherung, blüht auf der anderen hämischer Spott. Auf Thunbergs Kritik zum Ergebnis der Arbeit der Kohlekommission „Deutschland will bis 2038 Kohle verbrennen. Das ist absolut absurd“, tweetete Paul Ziemiak, der Generalsekretär der CDU herablassend: „Oh, man… kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie. Arme Greta!“.

Ein heiliger Shitstorm fegte durchs Netz

Aber Ziemiak, der nur Politiker, aber nicht Theologe gelernt hat, unterschätzte völlig die längst unübersehbare Zahl der Greta-Jünger. Ein heiliger Shitstorm fegte durchs Netz, blies den selbstherrlichen Jungpolitiker davon – und niemand interessierte sich noch dafür, ob an Ziemiaks Argumentation denn vielleicht ein Körnchen Wahrheit sein könnte. Während Göring-Eckardt und ihre Grünen schon früh das politisch-moralische Potential von Greta Thunberg abschöpften, tappen bis heute weite Teile der CDU immer noch durch die Niederungen öder Diskussionen über die Schulpflicht am Freitagvormittag.

FDP-Chef Christian Lindner blamiert sich

Greta Thunberg wird längst von PR-Profis beraten – und das offensichtlich deutlich erfolgreicher als der Generalsekretär der CDU oder FDP-Chef Christian Lindner, der sich mit der altklugen Bemerkung, den Klimaschutz solle man doch lieber den Profis als Schülern überlassen, blamierte. Es seien doch gerade die seit Jahren untätigen Profis in der Politik, die nicht zu Potte kämen, wurde Lindner postwendend aus Wissenschaft und Klimaforschung belehrt.

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